Montag, 2. Januar 2012

DIE QUELLE





Wenn ich mir zur Aufgabe mache, anderen, die Durst haben, Wasser zu geben, dann brauche ich eine Quelle mit sauberem, gutem Wasser. Ohne die Quelle bleibt mein Vorhaben nur eine verrückte Idee. Und wenn ich eine Quelle habe, die sehr klein ist, so daß sie gerade für mich ausreicht, kann ich anderen kein Wasser geben. Ich brauche das Wasser für mich selbst. Es sei denn, ich nehme in Kauf, selbst Durst zu leiden, mich zu opfern und zu verdursten.

Nur wenn ich eine große, reiche Quelle habe, kann ich anderen davon abgeben. Und auch reiche Quellen führen nicht immer gleich viel Wasser. Es gibt Trockenzeiten, da ist nur wenig Wasser da, darauf muß ich achten. Wenn meine Quelle wenig Wasser hat, dann muß ich denen, die zu mir kommen und darum bitten, ehrlicherweise sagen:"Geht weiter! Ich kann euch nichts abgeben."
In wasserreichen Zeiten muß ich sorgfältig mit meiner Quelle umgehen. Ich darf nicht zulassen, daß Leute kommen und mein Wasser verschmutzen. Und ich kann auch nicht dulden, daß Leute sich für immer an meiner Quelle niederlassen, um sich von mir versorgen zu lassen.



Wenn mein Wasser nicht mehr ausreicht, wenn meine Quelle versiegt, dann muß ich bereit sein, mich selbst wieder auf den Weg zu machen, um bei anderen um Wasser zu bitten. Ich muß meine Rolle als Gebende wandeln und wieder zu einem Menschen werden, der sich Hilfe holt, weil dieses notwendig ist. Nur wenn ich das kann, selbst auch um Wasser bitten, ist es mir möglich, den Menschen, die zu mir kommen, zu sagen:"Hier ist mein Wasser. Löscht euren Durst. Dann geht weiter und sucht eure eigenen Quellen." Ich kann erzählen, wie man Quellen finden kann und dass es sich lohnt, sich auf den Weg zu machen.

- Herkunft unbekannt -
 



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